Service de Placement Familial :
Antenne Familiale Lëtzebuerger Kannerduerf
Was heißt placement familial?
„Placement familial, bedeutet die Vollzeitunterbringung eines Kindes in eine Pflegefamilie.
Pflegefamilien helfen anderen Familien oder allein stehenden Elternteilen, die aus recht unterschiedlichen Ursachen ihr(e) Kind(er) zurzeit nicht allein oder regelmäßig genug betreuen können und ihr(e) Kind(er) weder zur Adoption freigeben noch in ein Heim einweisen wollen oder sollten.
Oft entscheidet der Richter die Zuweisung in eine Pflegefamilie, manchmal sind es die Eltern selbst, welche sich die Betreuung ihres Kindes in dieser Form wünschen.
Die Dauer des Verbleibs eines Kindes in der Pflegefamilie ist nicht immer vorhersehbar: selbst bei sorgfältiger Abwägung aller Umstände mögen Kinder länger als geplant in der Pflegefamilie bleiben, oft über 18 Jahre hinaus bis zur Selbstständigkeit.
Als Vermittler und für die Betreuung Mitverantwortliche fühlen wir uns verpflichtet, die ursprünglichen Bindungen der Kinder an ihre leiblichen Eltern zu respektieren. Deshalb tun wir unser Möglichstes, um Kontakte und Besuche zwischen Eltern und Kindern aufrecht zu erhalten. In Gesprächen zwischen Eltern, Pflegeeltern und Vermittler können auftauchende Probleme bewältigt und eine gemeinsame Linie in der Erziehung der Pflegekinder gefunden werden.
Was bedeutet es ein Pflegekind zu sein?
Zu Beginn einer Inpflegenahme reagieren Kinder auf diese außergewöhnliche Situation gefühlsmäßig und körperlich. Sie brauchen Verständnis, Unterstützung, Geduld und Zeit um sich sicher zu fühlen und sich an die neue Situation zu gewöhnen.
Nicht selten bleibt die Ungewissheit über die eigene Zukunft, besonders dann, wenn das Kind bereits viele Enttäuschungen erlebt hat. Viele Kinder sind verunsichert weil sie nicht wissen was von ihnen erwartet wird.
Bei der Aufnahme von Kindern, besonders bei älteren Kindern, müssen Pflegeeltern sich darauf einstellen, dass diese Kinder durch ihr Vorleben in ihrem Verhalten und in ihrer Einstellung geprägt sind und dass sie ihre Verhaltensweisen und Gewohnheiten nicht von heute auf morgen ändern oder ablegen.
Wer kann Pflegefamilie werden?
Es gibt nicht DIE Pflegefamilie.
Eher kann man davon ausgehen, dass ganz unterschiedliche Menschen gute Pflegeeltern sein können.
Wir suchen Familien, die geben können, ohne zu viel als Gegenleistung zu erwarten, Menschen, die sich ihrer eigenen Grenzen und Unsicherheiten bewusst sind, die bereit sind, aus Erfahrungen anderer zu lernen, die gemeinsam über Probleme und Gefühle reden, die an und mit Kindern Freude haben.
Voraussetzungen sind u. a. also:
— Gefühlsmäßige Wärme: ein Kind muss fühlen, dass es willkommen, erwünscht,
umsorgt ist und dass es «sicher» sein kann.— Toleranz: Pflegekinder und deren Eltern wollen so akzeptiert werden, wie sie
sind, nicht wie wir sie uns vielleicht wünschen.— Geduld: Kinder brauchen oft sehr lange Zeit, bevor sie bereit sind, ein Vertrauen
aufzubauen.— Verstand: Erziehung bedeutet auch immer wieder die Fähigkeit zu überlegten
Entscheidungen.
Einige Überlegungen
Vielleicht sollten Sie sich auch folgende Fragen stellen:
· Sind wir bereit, den Kontakt des Kindes zu seinen leiblichen Eltern zu fördern?
· Werden wir damit fertig, dass unser Pflegekind die Trennung von seinen Eltern
nicht oder nur sehr schwer akzeptiert?· Sind wir uns bewusst, dass ein Pflegekind ganz andere Bedürfnisse haben kann
als unsere eigenen Kinder?· Wollen wir die erzieherische Verantwortung gemeinsam mit der Dienststelle und
den Eltern tragen?· Sind wir bereit, unser Pflegekind unter Umständen seinen Eltern wieder zu
überlassen, auch wenn wir es zu lieben gelernt haben und eine Trennung weh tut;
auch wenn wir es doch „besser‟ glauben erziehen zu können?
Was geschieht wenn Sie die Absicht haben Pflegefamilie zu werden?
Sie sollten sich an uns wenden, zu einem ersten unverbindlichen Informationsgespräch.
Sollten Sie sich anschließend dazu entscheiden gemeinsam mit uns klären zu wollen, ob und unter welchen Voraussetzungen die Aufnahme eines Kindes in Ihre Familie sinnvoll wäre, so laden wir Sie als Familie mit Ihren eigenen Kindern ein sich mit uns, über einen Zeitraum von 2-3 Monaten jeweils alle 2 Wochen, über alle wichtigen Themen eingehend und vertraulich auseinander zu setzen.
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